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Lohnt sich eine Versicherung fürs Handy?

von Tina Heidler am in FinanzweltKommentieren

Smartphones und Tablets sind teuer. Gehen sie kaputt oder verloren, ist der Ärger also doppelt so groß – denn nicht jeder hat genügend Geld, um sich ein neues Gerät zu kaufen. Darum gibt es eine sogenannte Garantieverlängerung oder eine Versicherung beim Händler. Aber: Lohnt sich das?

Ein Smartphone oder ein Tablet kostet mehrere Hundert Euro. Darum sind sie begehrte Objekte bei Dieben. Doch das ist nicht die einzige Gefahr für die teuren Geräte: Der Besitzer kann sie auch verlieren oder ein Gerät fällt zu Boden und geht kaputt. Sehr oft springt der Bildschirm. Dann ist Geld, das der Käufer für das Gerät bezahlt hat, weg. Ärgerlich – besonders dann, wenn man kein Geld hat, ein neues Smartphone oder Tablet zu kaufen.

Viele Besitzer wollen darum ihr Smartphone schützen. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Die Garantieverlängerung. Die gesetzliche Gewährleistung liegt bei zwei Jahren. Geht in dieser Zeit dein Smartphone kaputt, erhältst Du Ersatz. Allerdings nur dann, wenn Du nicht schuld am Defekt bist. Und: Tritt der Schaden beispielsweise erst nach sieben Monaten auf, musst Du nachweisen, dass er schon beim Kauf existierte. Darum bieten Verkäufer häufig eine Garantieverlängerung an, die vier Jahre oder mehr beträgt. Doch die hat ihre Tücken.
  • Die Garantieerweiterung. Damit sollen Schäden abgesichert sein, die durch die gesetzliche Gewährleistung nicht abgedeckt sind – beispielsweise Stoßschäden oder Defekte, die dadurch verursacht wurden, dass das Handy nass geworden ist.
  • Die Smartphoneversicherung. Die Garantieverlängerung, die Extragarantie oder die Garantieerweiterung ist in der Regel ein Angebot einer Versicherungsgesellschaft, die mit dem Händler kooperiert. Es gibt aber auch Online-Seiten, auf denen Du eine solche Police nach dem Kauf noch abschließen kannst. Sie haben den Vorteil, dass du dir die Konditionen in aller Ruhe und ohne Druck durchlesen kannst.
  • Generell gilt: Auf den ersten Blick sind die Garantieverlängerung, eine Erweiterung oder eine Versicherung oft recht günstig und kosten nur einige Euro im Monat. Allerdings sollte man vor dem Abschluss klären, in welchen Fällen sie zahlen. Wer sein Handy verliert, irgendwo liegen lässt oder nicht gut genug darauf aufpasst, bekommt sehr oft keine Entschädigung.

Die Garantieverlängerung
Bei einer Garantieverlängerung geht es im Wesentlichen um die Zeit nach der Gewährleistung, also um das dritte Jahr und die folgenden, in denen man das Gerät benutzt. Hier muss man sich fragen, wie lange man im Durchschnitt ein Smartphone oder Tablet benutzt, bevor man auf ein Nachfolgemodell umsteigt, das technisch deutlich weiter ist. Hätte man die entsprechenden Beiträge für eine Garantieverlängerung zurückgelegt, könnte man dieses Geld nun in den Kauf eines neuen Geräts investieren. Hat man dagegen das Geld in den Schutz seines Smartphones oder Tablets gesteckt und kommt es während der Laufzeit zu keinem Schaden, ist das Geld für die Garantieverlängerung hinausgeworfen. Kommt es zu einem Schaden, bekommt der Kunde übrigens häufig nur den Zeitwert des Geräts ersetzt, nicht den Neuwert.

Die Garantieerweiterung
Es gibt im Internet eine Menge Hinweise darauf, dass trotz Abschluss einer solchen Garantieerweiterung im Schadensfall nicht immer gezahlt wird. Darum sollte man eine solche Garantieerweiterung auf keinen Fall direkt beim Kauf im Laden abschließen, denn dort hat man keine Möglichkeit, Preise und Konditionen zu vergleichen beziehungsweise sich im Internet über den Ruf des Anbieters zu informieren. Vielleicht reicht es ja auch schon, wenn man in der nächsten Zeit sorgfältig mit dem Gerät umgeht.

Fälle, in denen eine Smartphoneversicherung sowieso unnötig ist
Wird das Gerät übrigens aus dem verschlossenen Haus oder Hotelzimmer gestohlen, zahlt in der Regel die Hausratversicherung, dann also ist eine Garantieverlängerung oder Smartphoneversicherung sowieso überflüssig.

Das gilt auch, wenn das Gerät während der gesetzlichen Gewährleistungszeit kaputtgeht, ohne dass der Besitzer den Schaden verursacht hat. Denn dann muss der Hersteller dafür aufkommen. Allerdings bleibt auch in diesen Fällen der Kunde oft auf den Kosten sitzen. Hier könnte eine Garantieverlängerung eventuell helfen. Doch nur, weil Du sie abgeschlossen hast, heißt das nicht, dass sie in deinem Fall auch zahlen wird. Also kannst Du das Geld dafür besser zur Seite legen.

Wenn einer Deiner Freunde Dein Handy versehentlich beschädigt, haftet er. In diesem Fall muss seine private Haftpflichtversicherung oder die seiner Eltern zahlen.

Willst Du unbedingt einen zusätzlichen Schutz für dein Smartphone abschließen, solltest Du auf Folgendes achten:

  • Welche Schäden werden ausgeschlossen?
  • In welchen Fällen wird gezahlt?
  • Wie viel wird gezahlt? Wird der Neuwert des Geräts oder nur der Zeitwert ersetzt?
  • Gibt es eine Selbstbeteiligung?

Wichtiger als ein Schutz für dein Smartphone ist, dass Du die wirklichen Risiken des Lebens abgesichert hast: Hast Du eine private Haftpflichtversicherung oder bist Du noch über Deine Eltern versichert? Diese Police zahlt nämlich, wenn Du versehentlich das Handy Deines Kumpels kaputtgemacht hast. Bist Du gegen Berufsunfähigkeit versichert? Diese Police ist wichtig für den Fall, dass Du nicht mehr arbeiten kannst und dementsprechend kein Geld verdienst.

Hast du Fragen zum Thema? Sprich uns an. Wir helfen Dir gerne weiter.

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