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Hobbys im Lebenslauf – rein oder raus?

von Carsten Zinkan am in FinanzweltKommentieren

Die „harten Fakten“ werden bei jeder Bewerbung abgefragt: Welche Ausbildung hast Du hinter Dir? Wie hast Du dabei abgeschnitten? Welche Funktion hast Du bei welchem Arbeitgeber ausgeübt? Welche Zusatzqualifikationen hast Du im Lauf der Zeit erworben?

Daneben wird in vielen Stellenausschreibungen nach anderen Eigenschaften des Bewerbers gefragt. Gemeint sind die Soft Skills – die „weichen Fähigkeiten“. Gemeint sind zum Beispiel Kreativität oder Durchsetzungsstärke. Viele Arbeitgeber glauben, diese aus Hobbys lesen zu können: Wer einen Mannschaftssport betreibt, eigne sich gut für Teamwork. Ein Bergsteiger habe die Fähigkeit, sich selbst auch für schwierige Aufgaben zu motivieren. Wer ein Musikinstrument spielt, sei kreativ usw. Weitere Vorstellung bei vielen Arbeitgebern: Fachwissen könne man lernen, Soft Skills seien einem in die Wiege gelegt.

Manchmal wird der Bewerber direkt aufgefordert, seine Hobbys anzugeben. Oft wird jedoch in der Stellenanzeige versteckt nach sozialen Eigenschaften gefragt. Dann ist die Rede davon, dass man die ausgeschriebene Aufgabe im Team erledigt, dass sie Kreativität erfordert oder Geduld im Umgang mit Kunden. Das könnte man anhand von persönlichen Interessen belegen.

Du hast Dich entschieden, Deine Hobbys anzugeben, denn …

  • … ich wäre doch dumm, wenn ich meine Hobbys nicht als Gelegenheit nutzen würde, auf meine Soft Skills hinzuweisen.
  • … vielleicht kann ich mich damit von anderen Bewerbern abheben.
  • … ungewöhnliche Hobbys bieten gute Anknüpfungspunkte im Bewerbungsgespräch.

Du verzichtest darauf, denn …

  • … wichtig sind meine Fähigkeiten und Erfahrungen im Job. Was ich privat mache, geht zunächst niemanden was an.
  • … nirgendwo wird mehr gelogen – das wissen alle.
  • … mit den „falschen“ Hobbys handelst du dir eher Nachteile ein. Fußballspielen zum Beispiel ist zwar ein Mannschaftssport (Teamplayer!). Der Arbeitgeber könnte aber befürchten, dass der Bewerber öfter ausfällt (Verletzungen, langfristig Knieprobleme).

Fazit: Es gibt verschiedene Wege, auf seine Soft Skills hinzuweisen. Entweder Du lässt Deine Hobbys für Dich sprechen. Dann solltest Du aber ehrlich bleiben und nicht etwas erfinden, das gerade zu den Anforderungen der Stelle passt. Wenn Du keine Hobbys in dem Bewerbungsschreiben angeben möchtest, kannst Du auf Soft Skills aufmerksam machen, indem Du beschreibst, wie Du Deine bisherigen Jobs erledigt hast. Du weist dann zum Beispiel darauf hin, dass Du auch mit schwierigen Kunden gut zurechtgekommen bist oder neue Projekte gut zu Ende gebracht hast.

 

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