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Arbeitgebercheck vor dem Vorstellungsgespräch

von Tina Heidler am in (M)ein Job fürs LebenKommentieren

Ist ein Unternehmen es wert, dass Du Dich dort bewirbst? Das kannst Du über die Recherche in einem Arbeitgeberbewertungsportal herausfinden. Allerdings ist nicht jede Bewertung hilfreich für die Meinungsbildung. Darauf solltest Du achten.

Du bist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder nach dem ersten Job?

Dann kannst Du Dir im Internet ein erstes Bild von möglichen Arbeitgebern machen. Gehe einfach auf ein Arbeitgeberbewertungsportal im Internet wie beispielsweise kununu.com, meinchef.de oder jobvoting.de und suche nach der betreffenden Firma.

Du wirst schnell feststellen, dass nicht auf jeder Plattform alle Unternehmen gelistet sind. Je größer das Unternehmen ist, desto größer ist die Chance, dass Du Einträge darüber auf mehreren Portalen findest. Und: Je mehr Mitarbeiter eine Firma hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass es mehr als einen Eintrag gibt.

Die Zahl der Einträge ist besonders wichtig: Hast Du nur eine sehr negative Bewertung, kann es sich um einen Mitarbeiter handeln, der einen privaten Rachefeldzug gegen seinen Arbeitgeber führt. Gibt es nur eine Bewertung, die sehr, sehr gut ist, kann im Gegenzug ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung dahinterstecken. Je mehr Einträge es gibt, desto realistischer wird dagegen die Bewertung sein. Denn die Bewerter sind dann wahrscheinlich recht unterschiedlich: alt und jung, aus der Produktion und aus der Verwaltung, Frau und Mann, Angestellte und Führungskräfte. In solch einem Fall ist die Gesamtbewertung aussagekräftig.

Trotzdem sollte ein Arbeitgeberbewertungsportal nicht allein ausschlaggebend für Deine Entscheidung sein, Dich dort zu bewerben oder auch nicht. Denn es gibt einige Faktoren, die erfüllt sein müssen, damit Du von der Bewertung profitierst:

  • Es kommt auf die Position des Bewerters an: Eine Führungskraft wird andere Maßstäbe anlegen als ein Azubi, eine Controllerin andere als ein Einkäufer.
  • Eine Bewertung hängt oft mit dem Verhältnis zu den Führungskräften und Kollegen zusammen. Vielleicht sind diese schon gar nicht mehr im Unternehmen, wenn Du die Bewertung liest. Achte also auch auf das Datum der Bewertung.
  • Du weißt nicht, was für ein Typ der Bewerter ist. Vielleicht würdest Du nicht mit ihm klarkommen, vielleicht hat er andere Präferenzen als du, vielleicht findet er gut, was Dir nicht gefällt, und andersherum.

Die Recherche auf einem Arbeitgeberportal ist trotzdem nicht „für die Katz“. Dinge, die Du dort liest, kannst Du beispielsweise in einem Vorstellungsgespräch ansprechen. Das zeigt erstens, dass Du Dich mit der Firma beschäftigt hast, und zweitens kannst Du an der Reaktion ablesen, ob der Bewerter recht hatte oder nicht. Interessant ist auch die Frage, ob sich die Firma im Netz zu den Bewertungen geäußert hat oder ob sie diese einfach ignoriert. Das könnte ein Indiz dafür sein, wie ernst das Unternehmen seine Mitarbeiter nimmt. Denn natürlich kann man aus diesen Bewertungen auch ablesen, wo die Mitarbeiter der Schuh drückt – und man könnte als Firma die Abläufe und das Arbeitsumfeld so verändern, dass man mehr zufriedene Angestellte hat.

Den privaten Kontakt, das daraus entstehende Verhältnis und vor allem der dadurch resultierende Eindruck kann die Recherche im Netz jedoch nicht ersetzen. Du solltest Dir darum besser selbst ein Bild von der Situation machen – auf einer Ausbildungsmesse oder bei einem Vorstellungsgespräch.

 

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